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Wer ist die Kidsförderung – die Geschichte hinter der Kulisse

Als erstes möchte ich mich Ihnen gerne vorstellen. Ich heiße Marlene Marks und bin 1973 geboren. Ich bin seit 19 Jahren alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Mein ältester Sohn ist jetzt 24 Jahre und meine mittlere Tochter 23 Jahre alt. Aus meiner zweiten Beziehung stammt mein Jüngster, der nun 9 Jahre alt ist.

In jungen Jahren begann ich direkt nach meiner Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemeinsam mit meinem damaligen Ehemann ein Unternehmen zu gründen. Damals war ich 21 Jahre alt. Während dieser Zeit wurden meine beiden Erwachsenen Kinder geboren. Die Ehe scheiterte 2002, was auch das Ende der Firma bedeutete. Ich arbeitete eine Zeitlang im mittleren Management in der Systemgastronomie. Eine neue Partnerschaft zog mich dann nach Visbek. Zeitgleich wurde bei meinem ältesten Sohn die Diagnose „ Asperger Autismus“ diagnostiziert. In der sehr turbulenten Zeit nahm ich mir eine Familienpause und pflegte einen Querschnittsgelähmten Nachbarn. 2005 zog es mich wieder zurück nach Ostrhauderfehn. Kurz vor der Umsetzung erlitt ich einen schweren Verkehrsunfall, in dem ich einige Tage im Koma lag und mehrere Monate mit Krankenhausaufenthalten und Rehamaßnahmen verbrachte. Mit 32 Jahre prognostizierten mir die Ärzte, dass ich nicht mehr arbeiten können würde und ich wurde erwerbsunfähig berentet. Bis 2009 dauerte die Genesungsphase. In dieser Zeit nahm ich u.a. als Gaststudentin an der Uni in Oldenburg an Psychologie und Pädagogikvorlesungen teil. Zeitgleich bildete ich mich, ohne einen Abschluss zu erlangen, im Bereich der Psychotherapie für Heilpraktiker weiter. Wenn ich schon nicht körperlich arbeiten konnte, so war mein Kopf langsam aber sicher wieder fit.

2009 erhielt ich an der Erich-Kästner-Schule in Rhauderfehn die Möglichkeit, im Nachmittagsbereich Kindern bei der Fertigstellung ihrer Hausaufgaben zu helfen. Das machte mir einen riesigen Spaß und gleichzeitig sah ich viele Kinder, die aus unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten in der Schule hatten. Mein Ältester gehörte als Asperger Autist auch zu den Kindern, die Schwierigkeiten mit ihrem Umfeld hatten. Vor allem die Erwachsenen waren eine Hürde, die ich immer wieder überwinden musste. Ich habe mir oft eine Unterstützung an meine Seite gewünscht.

Daraus ist mein Wunsch entstanden, denen zu helfen, die es nicht so einfach wie andere haben. Ich begann als Schulbegleiterin Kinder zu unterstützen. Betreut habe ich hier Kinder am Gymnasium und an der damals noch bestehenden Reilschule, eine Schule für Kinder mit Beeinträchtigungen im Bereich „Lernen“, in Rhauderfehn, sowie beim Kind im häuslichen Umfeld. Ich möchte Kindern helfen eine Stimme zu haben. Jemanden an ihrer Seite zu wissen, der ihnen hilft ihre Rechte zu wahren und durchzusetzen. Das war der Beginn der Kidsförderung.

Im Laufe der letzten 3 Jahre habe ich für mich festgestellt, dass nicht nur Kinder mit Einschränkungen im Bereich Lernen oder durch eine Pflegebedürftigkeit Hilfe benötigen, sondern auch Erwachsene von Jung bis ins Seniorenalter. Einerseits sind die Kinder erwachsen geworden und haben ihre Handicaps nicht einfach verloren, andererseits habe Erwachsene durch Krankheit oder Alterserscheinungen Handicaps erworben.

Aus der anfänglichen ausschließlichen Betreuung von Kindern ist ein soziales und gesundheitlich orientiertes Unternehmen geworden, welches Unterstützung bis ins hohe Alter bietet.